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Annelies Laschitza & Günter Radczun (Hrsg.)

Rosa Luxemburg. Gesammelte Werke Bd. 1.2

Band 1 – 1893 bis 1905, zweiter Halbband

  • Erschienen: 8. April 2000
  • Seiten: 668
  • 7., überarbeitete Auflage (2000)
  • ISBN: 978-3-320-01994-5

49,90

Der Band 1/2 enthält die Berliner Arbeiten Rosa Luxemburgs ab dem Jahre 1900 bis zum Ende 1905. Es sind die Jahre zwischen ihrem 30. und 35. Lebensjahr; in dieser Zeit entstanden keine Monografien – sie lebte als Journalistin und Rednerin und war – nun in Berlin – weiterhin mit Leo Jogiches zusammen. So wie in Zürich traten sie auch hier nicht offiziell als Paar auf.

Inhaltlich geht es in den Texten um die von Rosa Luxemburg abgelehnte Regierungsbeteiligung von Sozialdemokraten – der Anlass war der Eintritt des französischen Sozialisten Millerand in ein bürgerliches Kabinett im Juli 1899 –, um den Kampf der belgischen Arbeiterbewegung um ein demokratisches Wahlrecht (nicht zuletzt durch einen Generalstreik) und um die im Januar 1905 in Petersburg ausgebrochene russische Revolution, die schnell auf die industrialisierten Gebiete im russisch besetzten Teil Polens übergriff.

Von bleibender Bedeutung ist Rosa Luxemburgs erste öffentliche Auseinandersetzung mit Lenin in ihrer zweiteiligen Rezension seiner Arbeit »Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück« (1904), veröffentlicht in der »Neuen Zeit« unter dem Titel »Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie«. Rosa Luxemburg lehnte Lenins Konzept einer militärisch organisierten »Partei neuen Typus« grundsätzlich ab.

Es ist die Phase, in der Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Kautsky und in großer Übereinstimmung mit ihm in der deutschen Sozialdemokratie als auch in der europäischen Sozialdemokratie in theoretischen Fragen als unumstrittene Instanz nachgefragt wurde. Weitere Texte aus dieser Periode, vor allem ihre Berichterstattung über die russische Revolution im »Vorwärts«, dessen Chefredakteurin sie Ende 1905 für zwei Monate war, enthält Band 6.