Annelies Laschitza & Günter Radczun (Hrsg.)

Rosa Luxemburg. Gesammelte Werke Bd. 4

August 1914 bis Januar 1919

  • Erschienen: 1. Januar 2000
  • Seiten: 560
  • ISBN: 978-3-320-01982-2

49,90

Der Band 4 enthält die Arbeiten Rosa Luxemburgs ab August 1914 bis zu ihrer Ermordung im Januar 1919. Es sind die Jahre zwischen ihrem 44. und 48. Lebensjahr, politisch die Jahre von Krieg und Revolution. Die längste Zeit davon verbrachte Rosa Luxemburg im Gefängnis – von Februar 1915 bis Februar 1916 und erneut ab Juli 1916 bis zum 9. November 1918.

Während der Haft schrieb sie drei Bücher, die zu Klassikern des antiautoritären Marxismus wurden: Zum einen ist es ihre 1915 angefertigte Analyse des Auf- und Abstiegs der europäischen Sozialdemokratie als einer politisch-sozialen Bewegung. Das Buch erschien mit dem Titel »Die Krise der Sozialdemokratie« 1916 in der Schweiz unter dem Pseudonym »Junius« und wird in der Literatur zumeist als »Junius-Broschüre« behandelt.

Zum zweiten antwortete Rosa Luxemburg den Kritikern ihres Werkes »Die Akkumulation des Kapitals« mit einem weiteren Buch, der sogenannten »Antikritik« (1915 verfasst, 1921 postum veröffentlicht, in Band 5 dieser Ausgabe); hier formulierte sie ihre Akkumulationstheorie vollständig aus. Und zum dritten legte sie mit ihrem Fragment gebliebenen Überlegungen zur russischen Revolution 1917 (verfasst September/Oktober 1918, 1922 postum veröffentlicht) die Grundlagen für eine sozialistische Kritik an der Politik der Bolschewiki.

Neben ihrer durch die Zensur laufenden Korrespondenz versorgte Rosa Luxemburg die illegal kämpfende Gruppe Internationale (Spartakusgruppe) durch Kassiber mit Artikeln für Zeitungen und Flugblätter. Ihr politischer Einfluss auf die Antikriegslinke war noch immer so groß, dass Rosa Luxemburg (zusammen mit Leo Jogiches) auch aus der Haft heraus die Bildung einer Splitterpartei nach dem Vorbild der Bolschewiki zu verhindern wusste.

Sie wollte in der SPD und damit bei den Arbeitermassen bleiben, um dort weiter um die Hegemonie zu kämpfen. Auch die 1917 erfolgte Gründung der USPD lehnte Rosa Luxemburg ab, fügte sich dann aber in das Unabänderliche. Die Revolution öffnete Rosa Luxemburg die Gefängnistür, erbrachte für sie aber keinen Einfluss auf das Geschehen. Eine Übernahme der Macht per Putsch lehnte sie ab. Rosa Luxemburg versuchte, ihre Anhänger auf einen längeren Kampf einzustellen. Wirkliche Veränderungen waren nicht über Nacht zu erreichen. Weitere Texte aus dieser Periode enthält Band 7/2.