Lutz Brangsch & Miriam Pieschke (Hrsg.)

Sich nicht regieren lassen

Rosa Luxemburg zu Demokratie und linker Organisierung. Ein Lesebuch

  • Erschienen: 24. Februar 2021
  • Seiten: 208
  • ISBN: 978-3-320-02379-9

18,00

»Ein kraftvolles Plädoyer für die Selbst-Emanzipation der Menschen«

Rosa Luxemburg ist gerade wegen ihrer Haltung zur Demokratie in Bewegung und Staat eine der interessantesten Figuren in der Geschichte der Linken. Sie steht für einen demokratischen Sozialismus, in dem die Begegnung von »Masse« und »Führung« auf Augenhöhe zentral ist. Luxemburg hat ihre Auffassung von Demokratie nicht in einem gesonderten Text formuliert. Sie zieht sich vielmehr durch ihr gesamtes Werk. Die konsequente Marxistin plädierte als Journalistin, Rednerin, Genossin, Politikerin für die größtmögliche Demokratie in linken Organisationen, politischen Prozessen und einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft.

In diesem Buch, das sich vor allem an Einsteigerinnen und Einsteiger wendet, wird anhand von Originaltexten Luxemburgs Demokratieverständnis vorgestellt. Kommentare erläutern die Hintergründe der Texte. So entsteht ein Bild von innerparteilichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.

 

Herausgeber*innen

Miriam Pieschke (geb. 1981) ging in Berlin auf eine Schule, die nach Rosa Luxemburg benannt war. Die Sozialwissenschaftlerin und politische Bildnerin arbeitet aktuell an der Hochschule Magdeburg-Stendal in einem Forschungsprojekt zu Demokratiedefizit und Rechtspopulismus. Sie ist Fellow am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Mitglied der Redaktion der Zeitschrift LuXemburg. Seit zehn Jahren beschäftigt sie sich intensiver mit Rosa Luxemburg und gibt immer wieder Seminare zu deren Werk.

Lutz Brangsch (geb. 1957) ist Ökonom und arbeitet als Referent für Demokratie und Staat am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stift ung. In der DDR wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften war er von 1990 bis 1999 Mitarbeiter im Bundesvorstand der PDS. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage historischer und politischer Bildung für eine lebendige Linke. Zuletzt hat er zusammen mit Michael Brie »Das Kommunistische. Oder: Das Gespenst kommt nicht zur Ruhe« (2017) herausgegeben.

 

Inhalt

Zur Einführung
von Miriam Pieschke

Wo sah sich Rosa Luxemburg in den Kämpfen ihrer Zeit?
Karl Marx – 1903

Blanquismus — Kinderkrankheit der Sozialdemokratie
Der Sozialismus in Polen – 1897
Hintergrund

Repräsentieren oder gemeinsam handeln?
Zum kommenden Parteitag – 1899
Hintergrund

Zentralismus und Demokratie
Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie – 1904
Hintergrund

Was dürfen Parteimitglieder wissen?
Rede zur Frage der Parteischule – 1908
Hintergrund

Parlamentarismus und Bewegung
Rede gegen die Budgetbewilligung – 1908
Hintergrund

Wo endet Loyalität?
Rede gegen die Passivität des Parteivorstandes in der Marokkokrise – 1911
Hintergrund

Wozu eigentlich Vorstände?
Rede über die Taktik der Sozialdemokratie – 1913
Hintergrund

Wie das Ruder herumreißen?
Offene Briefe an Gesinnungsfreunde. Von Spaltung, Einheit und Austritt – 1917
Hintergrund

Revolution und Demokratie
Zur russischen Revolution – 1918
Hintergrund

Innerparteiliche Demokratie. Achse luxemburgscher Parteipolitik
von Lutz Brangsch

Rosa Luxemburgs Beitrag zur Kunst, sich nicht regieren lassen zu müssen
von Alex Demirović

Emanzipation! Kein Fazit
von Miriam Pieschke

Niederlage und Optimismus
Die Ordnung herrscht in Berlin – 1919

Anhang
Danksagung
Anmerkungen zu den Biografien
Impressum
Mindmap
Rosa Luxemburgs Lebenszeit