Wolfgang Schröder (Hrsg.)

Leipzig – die Wiege der deutschen Arbeiterbewegung

Wurzeln und Werden des Arbeiterbildungsvereins 1848/49 bis 1878/81

  • Erschienen: 18. Februar 2010
  • Seiten: 480
  • ISBN: 978-3-320-02214-3

29,90

Wie oft ist Leipzig als »Wiege der Sozialdemokratie« gepriesen worden! Nicht ohne Grund, denn in der Tat war Leipzig zwar nicht das einzige, wohl aber eines der wichtigsten Zentren im Formierungsprozess der sozialistischen Arbeiterbewegung. Diese entspross auf unterschiedliche Art dem 1861 gegründeten Gewerblichen Bildungsverein: Ferdinand Lassalle vollzog in Leipzig im Mai 1863 mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) die sozialistische Parteibildung. Leipzig war zudem der Motor des von der »bebel-liebknechtschen Richtung« vorangetriebenen und fast ein Jahrzehnt lang verlaufenden Radikalisierungsprozesses, der 1868 im Bekenntnis zum Programm der I. Internationale und 1869 in der Konstituierung der Sozialistischen Partei Deutschlands (»Eisenacher« Partei) mündete. 1875 erfolgte die Vereinigung mit dem ADAV.

In der Geschichtsliteratur ist das Augenmerk vor allem auf Ferdinand Lassalle und den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein konzentriert worden. Demgegenüber wurde die »bebel-liebknechtsche Richtung« weitgehend in ihrer politisch-ideologischen Rolle als paradigmenhafte Verkörperung des historischen »Trennungsprozesses der proletarischen von der bürgerlichen Demokratie« gewürdigt. Innere Struktur und die Gesamtleistung des Leipziger Bildungsvereins wurden hingegen derartig stiefmütterlich behandelt, dass – mit wenigen Ausnahmen – nicht einmal die Vorstandsmitglieder benannt werden konnten. Diese Publikation geht dem Wirken des Vereins nach.