Florence Hervé & Hermann Unterhinninghofen (Hrsg.)

Medizin gegen die Menschlichkeit

Die Weigerung einer nach Auschwitz deportierten Ärztin, an medizinischen Experimenten teilzunehmen

  • Erschienen: 22. September 2008
  • Seiten: 144
  • ISBN: 978-3-320-02154-2

9,90

Die elsässische Ärztin Adélaïde Hautval schildert in ihren Erinnerungen ihre Deportation nach Auschwitz, berichtet über medizinische Menschenversuche dort, zeigt, dass selbst in Extremsituationen Widerstand und Verweigerung möglich sind und spricht über moralische Entscheidungen und Eigenverantwortung. Als praktizierende Ärztin geriet sie mit dem antisemitischen und rassistischen Vichy-Regime aneinander, was ihr die Verschleppung ins Vernichtungslager als »Judenfreundin« eintrug.

Erst viele Jahre nach der Befreiung schreib sie ihren Bericht nieder über die Deportation, den Alltag im Konzentrationslager und die medizinischen Menschenversuche, die dort stattfanden. Sie zeigt: Auch unter menschenunwürdigen Bedingungen war und ist es möglich, »Nein« zu sagen, sich nicht zu fügen und den aufrechten Gang zu bewahren. Sie zeigte Zeit ihres Lebens Zivilcourage in Situationen, in denen es die Allermeisten vorzogen, zu schweigen. Herausgegeben von Florence Hervé und Hermann Unterhinninghofen. Einführung und Nachwort von Anise Postel-Vinay. (Übersetzung: Hermann Unterhinninghofen)

Inhalt

  • Florence Hervé, Hermann Unterhinninghofen: »Die menschliche Würde bewahren«
  • Anise Postel-Vinay: Doktor Adélaïde Hautval (1906 – 1988)
  • Adélaïde Hautval: Medizin und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  • Zeugenberichte
  • Initiativen für das Gedenken an Adélaïde Hautval
  • Anhang