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Katharina Volk (Hrsg.)

Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben

  • Erschienen: 24. Februar 2022
  • Seiten: 176, Broschur
  • Mit 6 Abbildungen
  • ISBN: 978-3-320-02393-5

12,00

»Die Frauen und ihr Schicksal beschäftigten mich ein Leben lang, und ihr Los war es auch, das mich zum Sozialismus führte.«

Alexandra Kollontai

Mit ihren Vorstellungen von einer »neuen Moral« und »freier Liebe« war Alexandra Kollontai (1872–1952) ihrer Zeit voraus. Sie selbst bezeichnete sich als sexuell emanzipierte Kommunistin, die das Schicksal von Frauen zum Sozialismus geführt habe. Alexandra Kollontai kämpfte in der Russischen Oktoberrevolution und wurde 1917 Volkskommissarin für soziale Fürsorge. Weltweit war sie die erste Frau im diplomatischen Dienst, als sie 1922 die junge Sowjetunion im Ausland vertrat.

Kollontai war überzeugt, eine Revolution könne nur erfolgreich sein, wenn sie das gesamte Leben revolutioniert. Sie übte nicht nur scharfe Kritik an der monogamen, lebenslangen Ehe, sondern auch am bürgerlichen Verständnis von Elternschaft. Damit machte sie sich nicht nur Freunde unter den Genossinnen und Genossen. Sie forderte ein neues Verständnis von Liebe, das dem der Solidarität ähnelt, und neue Formen des Zusammenlebens, die Zusammenhalt und Gemeinschaft fördern. Ihre Ideen sind noch immer Utopie, aber noch immer aktuell in einer Zeit, in der Kollektivität im Sinne von Solidarität und Gemeinsamkeit über Gren-zen hinweg dringender denn je ist.

Zur Herausgeberin:
Katharina Volk, geb. 1981, Politikwissenschaftlerin, promovierte am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und arbeitet als politische Sekretärin bei der IG Metall.  In ihrer 2018 erschienenen Dissertation »Von der Gesellschaftsanalyse zur Utopie« setzt sie sich mit Theorien aus der Arbeiter- und der Frauenbewegung auseinander und analysiert den Widerspruch zwischen Erwerbs- und Familienarbeit und die daraus entwickelten utopischen Ideen zur Überwindung dieses Widerspruchs. Zuletzt erschienen ist ihr Beitrag »Was die Kybernetik vom Feminismus lernen kann. Oder: Warum wir der Technik nicht das Feld überlassen dürfen« (in: Timo Daum/Sabine Nuss (Hrsg.): Die unsichtbare Hand des Plans, Berlin 2020).

Ehrenamtlich engagiert sich Katharina Volk im Redaktionsbeirat der Zeitschrift Wir Frauen – das feministische Blatt und veröffentlicht gelegentlich dort und im Missy Magazine.

Eingelesen:

Im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben Nina Thaler und Anna Stiede aus Anlass ihres 70. Todestages am 9. März 2022 ausgewählte Texte von Alexandra Kollontai eingelesen, die sie als Kriegsgegnerin, Visionärin, Sozialanalytikerin und Politikerin lebendig werden lassen. Sämtliche Texte stammen aus dem Band »Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben«.

Rezensionen (Auswahl):

Katharina Volk hat eine einfühlsame Biografie über Alexandra Kollontai verfasst. Von Pia Sophie Roy in: neues deutschland vom 21.3.2022.

Inhalt

Alexandra Kollontai – in den Widersprüchen des Lebens

  • Kindheit und frühe Rebellion
  • Die Revolution von 1905
  • Arbeiterinnen – organisiert euch!
  • Politische Emigration und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs
  • Rückkehr nach Russland – das Jahr der Revolutionen
  • Zur Organisation des Lebens in der kommunistischen Gesellschaft
  • Über die (Un-)Fähigkeit zu lieben
  • Neue Lebensformen und die Grenzen kommunistischer Utopie
  • In der Arbeiteropposition
  • Die Schriftstellerin
  • Jahre in der Diplomatie

Texte von und über Alexandra Kollontai

  • Aus dem Tagebuch 1914
  • Wem nützt der Krieg?
  • Brief von W. I. Lenin vom 26. Juli 1915
  • Mutterschutz
  • Geschlechterbeziehungen und Klassenkampf
  • Ein Weg dem geflügelten Eros!
  • Wassilissa Malygina
  • Rezension von Kurt Tucholsky zu »Wege der Liebe«
  • Die Arbeiteropposition
  • Gespräch mit dem finnischen Außenminister Väinö Tanner
  • Aus den Notizbüchern der letzten Jahre. 1946–1951

Anhang

  • Alexandra Kollontai – biografische Daten
  • Personenregister
  • Literatur
  • Zur Herausgeberin