Simone Barck & Ulla Plener (Hrsg.)

Verrat. Die Arbeiterbewegung zwischen Trauma und Trauer

Die Arbeiterbewegung zwischen Trauma und Trauer

  • Erschienen: 5. Oktober 2009
  • Seiten: 384
  • ISBN: 978-3-320-02192-4

19,90

»Wer hat und verraten? Sozialdemokraten!«

Geflügeltes Wort unter KPD-Genossen

Verrat ist ein zentrales Moment aller chiliastischen Bewegungen. Sie benötigen Verrat und mehr noch die Figur des Verräters sowohl zur Stabilisierung ihrer Abgrenzungen gegenüber einer veränderungsunwilligen Mehrheitsgesellschaft als auch zur Disziplinierung der eigenen Gefolgschaft. Dort, wo sich, wie in der Sowjetunion der 1920er- bis 1950er-Jahre und in den Ostblockstaaten der 1940er- und 1950er-Jahre, »Verräter« nicht in hinreichender Zahl von selbst einstellen, werden sie produziert. Hierbei ist der Stalinismus keineswegs eine Ausnahme, sondern bietet lediglich – nicht zuletzt zum Studium – die vollendete und konsequenteste Verlaufsform. Bei ihm waren die Funktionen des »Verrates« – zumindest im Rückblick – aller heiligen Schleier entkleidet.

  • Jürgen Hofmann: Das Trauma des Verrats der Arbeiterbewegung
  • Wolfgang Kruse: Burgfrieden 1914: Der »Verrat« schlechthin?
  • Harald Lange: »Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!«
  • Ulla Plener: Über eine freigewerkschaftliche Position im Ersten Weltkrieg – für den Schutz der sozialen Interessen der Arbeiterschaft
  • Harald Jentsch: »Deutscher Oktober« 1923 und »Brandlerismus« in der KPD
  • Horst Helas: Der versuchte »Verrat« an Ernst Thälmann 1928
  • Sergej Shurawljow: Der Verratsvorwurf gegenüber ausländischen Facharbeitern und Spezialisten in der Sowjetunion der 30er Jahre
  • Ulla Plener: Verurteilt zur Höchststrafe: Tod durch Erschießen
  • Jen-Fietje Wwars: Verrat – Treue – Wachsamkeit
  • Simone Barck: Erna Eifler: »Verräterin großen Formats?«
  • Hans Joachim Nauschütz: Max Hannemann und Genossen
  • Siegrfried Grundmann: Zwei Verräter – V-Männer der Gestapo: Adolf Sauter (KPD) und Herbert Kriedemann (SPD)
  • Wilhelm Mensing: Ex-kommunistische V-Leute der Gestapo im Rhein-Ruhr-Gebiet
  • Andreas Herbst: Michael Klause: Vom AM-Apparat der KPD zum »Kronzeugen« der Gestapo
  • Gerhard Kaiser: Fakten des Verrats im Widerstand gegen das Naziregime in Thüringen
  • Werner Abel: Der Fall Maria Reese
  • Thomas Klein: Auf der Jagd nach Verrätern: Die ZPKK der SED 1948-1955
  • Wilfriede Otto: Mielke wollte einen »Schulfall« inszenieren
  • Herbert Mayer: »Von großen Leuten in Moskau entschieden«
  • Michael Herms: Drei »Verräter« aus den Reihen der FDJ
  • Gerhard Kaiser: Verrat als Fiktion – ein Instrument der Herrschaftssicherung
  • Steffen Kachel: Entscheidung für die SED 1946 – Verrat an sozialdemokratischen Idealen?
  • Manfred Rexin: Wer war Freddy?
  • Volkmar Schöneburg: Strafrecht und Verrat. Eine Skizze
  • Jens-Fietje Dwars: Der Intellektuelle verrät sich allemal
  • Michael Buckmiller: »Prinzipienfestigkeit« – ein anderer Typus von Verrat?
  • Siegfried Heimann: Der Fall Nizan
  • Werner Abel: Hannah Arendt, Ignazio Silone und das Problem der »Ex-Kommunisten«
  • Mario Keßler: Franz Borkenau und Arthur Rosenberg – zwei gegensätzliche Wege
  • Helmut Meier: Über Schwierigkeiten im Umgang mit dem Thema »Verrat«
  • Ulla Plener: Statt einer Zusammenfassung: Die zerstörerischer Wirkung des Verratsvorwurfs in der Arbeiterbewegung
  • In Memoriam Simone Barck
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Autoren