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Alexander Vatlin (Hrsg.)

Karl Radek oder: Fremder unter Seinesgleichen

  • Veröffentlichung: 5. Dezember 2025
  • Seiten: 168, Broschur
  • ISBN: 978-3-320-02435-2

14,00

»Lenin schätzte Radeks schnelle Auffassungsgabe und politische Begabung, hielt ihn aber dennoch für einen ›linken Dummkopf‹ und war um Distanz bemüht.«

Alexander Vatlin

Er gehörte zu den schillerndsten Figuren der revolutionären Bewegung des 20. Jahrhunderts: Karl Radek (1885–1939), der gleichermaßen als brillanter Publizist wie als politischer Abenteurer in die Geschichte einging. Alexander Vatlin zeichnet den dramatischen Lebensweg eines Mannes nach, der wie kaum ein anderer die Widersprüche und Abgründe des revolutionären Zeitalters verkörpert.

Aus einfachen Verhältnissen im galizischen Lemberg stammend, stieg Radek zum international bekannten Sozialisten auf, der in Berlin und Moskau gleichermaßen zu Hause war. Als enger Vertrauter Lenins und später Trotzkis spielte er eine Schlüsselrolle in der frühen Komintern, bevor er später unter Stalin in Ungnade fiel. Sein scharfer Verstand und sein polemisches Talent machten ihn ebenso berühmt wie berüchtigt. Mehr als nur eine Beschreibung seines Wirkens, entsteht hier das Porträt einer ganzen Epoche – und eines Mannes, dessen Schicksal die Tragödie des bolschewistischen Projekts in besonderer Weise verkörpert.

Für alle, die die verdrängten Kapitel der kommunistischen Geschichte neu entdecken wollen, bietet dieses Werk mit zahlreichen erstmals auf Deutsch veröffentlichten Dokumenten unverzichtbare Einblicke.

Alexander Vatlin, geb. 1962, ist Professor am Lehrstuhl Neueste Geschichte der Staatlichen Moskauer Lomonossow-Universität. Der Historiker arbeitet vor allem zur Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit sowie der Komintern und das NKWD in der Zeit des Großen Terrors. Bei Dietz Berlin erschien von ihm »Die Komintern. Gründung, Programmatik, Akteure«.

Inhalt (Inhaltsverzeichnis als PDF)

Karl Radek, der heimatlose Kosmopolit
Alexander Vatlin

  • Auf dem Weg nach Sowjetrussland
  • Im Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten
  • Die Teilnahme an der deutschen Revolution
  • Sekretär des Exekutivkomitees der Komintern
  • Von der Arbeitereinheitsfront zum »Deutschen Oktober«
  • Im Lager der Opposition

Texte von Karl Radek

  • Brief an Arthur Ransome (1918)
  • Rede auf dem Gründungsparteitag der KPD (1918)
  • Brief an Lenin, Tschitscherin und Swerdlow (24. Januar 1919)
  • Die Unterschiede in dem Tempo der russischen und der deutschen Revolution (1919)
  • Das bolschewistische Russland (1919)
  • Brief an Alfons Paquet (März 1919)
  • Die Diktatur des Proletariats (1920)
  • Die Lehren eines Putschversuchs (1921)
  • der Fall Levi (1921)
  • Brief an das Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten (1922)
  • Genua (1922)
  • Über Menschewiki und Sozialisten-Revolutionäre (1922)
  • Über die NÖP (1922)
  • Trotzki (1923)
  • An das Politbüro des ZK der KPR(B) (1923)
  • Leo Schlageter, der Wanderer ins Nichts (1923)
  • Zum Termin der Revolution in Deutschland (1923)
  • Wladimir Iljitsch Lenin (1924)
  • Vorwort zu Larissa Reissner: Oktober (1926)
  • Nachwort zu »Die Wolga fällt ins Kaspische Meer« (1930)
  • Zum Reichstagsbrandprozess (1933)

Texte über Karl Radek

  • Victor Serge: Aus den Erinnerungen (1921–1927)
  • Paul Levi: Zur Klarstellung (1922)
  • Josef Stalin: Radek (1926)
  • Der deutsche Geschäftsträger in Moskau von Twardowski über Radek (1934)
  • Arcadi Maslow über Radek (1936)
  • ZK-Beschluss zur Strafsache Radek (1937)
  • Lion Feuchtwanger: Radek (1937)
  • Leo Trotzki: Radek (1937)
  • Ruth Fischer: Karl Radek (1948)
  • Curt Geyer über Radek (1948)
  • Warlam Schalamow: Die zwanziger Jahre (1953)
  • Bericht über die Ermordung von Sokolnikow und Radek (1956)
  • Ilja Ehrenburg: Erinnerungen (1960)

Anhang

  • Biografische Daten
  • Personenregister (Auswahl)
  • Quellen und Literatur
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Über den Herausgeber

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