Brie, Michael: Die witzige Dienstklasse


Brie, Michael: Die witzige Dienstklasse

Artikel-Nr.: 02952-4
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Der politische Witz im späten Staatssozialismus.
Von Michael Brie.
Reihe Texte / Rosa-Luxemburg-Stiftung; Bd. 13
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2004
63 Seiten, Broschur.

Für einen Tag trat er plötzlich offen hinaus auf die Straßen und Plätze, durchbrach er den engen Raum des Alltags ihrer politischen Tätigkeit und politisierenden Freizeit, verschaffte er sich per Plakat, Transparent und Sprechchor öffentliche Aufmerksamkeit: der politische Witz der Dienstklasse der DDR.
Der Tag, von dem die Rede ist, war der 4. November 1989, der Ort des Geschehens war (Ost-)Berlin. Die Kundgebung, zu der sich mehr als eine halbe Million Menschen versammelt hatten, war – anders als die Leipziger Montagsdemonstrationen – legal angemeldet und offiziell genehmigt. Ihre Organisatoren gehörten nicht der dissidentischen Opposition an, sondern waren Intellektuelle, die in staatlichen Kultureinrichtungen arbeiteten. Versammelt war nicht so sehr das Volk, das der SED die Loyalität aufkündigte, sondern die Dienstklasse.
Deren Witz – so zeigt Michael Brie mit diesem Buch – war ein anderer als jener, mit dem sich das Volk vom Staatssozialismus verabschiedete.
Das öffentliche Lachen der Dienstklasse über die Herrschaft, der sie gedient hatte, war – wie vor der Großen Französischen Revolution – Ausdruck dessen, dass diese Herrschaft ihre geistige Geltung verloren hatte. Eine über Jahrzehnte angehäufte »gespannte Erwartung« verwandelte sich binnen kürzester Zeit in nichts. Und es verschwand – und tauchte nie wieder auf – auch dieser politische Witz.

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