Seelig, Ruth: Das Erbe meiner Mutter


Seelig, Ruth: Das Erbe meiner Mutter

Artikel-Nr.: 02247-1
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Eine jüdisch-deutsche Familiengeschichte.
120 Seiten, Broschur.
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2010

Meine Mutter war oft voller Angst. Ja, auch in der DDR war das möglich, dass Juden noch immer Angst hatten. Wenn meine Mutter so manches Mal von der Arbeit nach Hause kam, rannte sie direkt ins Schlafzimmer, warf sich aufs Bett und heulte. Scheinbar grundlos war diese Verzweiflung, für uns als Kinder zumindest war der jeweilige Anlass ihrer Ausbrüche unklar, ihre Erinnerungen als Ursache jedoch waren auch für uns latent immer gegenwärtig.
Heute würde man denken, dass Menschen mit solch traumatischen Erfahrungen Hilfe brauchen, um derartige Erlebnisse in irgendeiner Weise verarbeiten zu können. Aber diese Generation erhielt keine Hilfe, zumindest keine therapeutische. Damals mussten die Menschen mit ihren Erinnerungen an das eigene Leid, die Angst, die Not und mit dem Wissen um die ermordeten Verwandten und Freunde allein oder mit der Hilfe ihrer Familien zurechtkommen. Die Familien gaben Schutz, Unterstützung und emotionalen Halt, waren aber natürlich, besonders wenn sie – wie ich und meine Schwestern – noch Kinder waren, damit völlig überfordert. So ging es auch meinen Schwestern und mir.

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