Willems, Barbara: »Zwi - zwi« ... Eine Hommage an Rosa Luxemburg


Willems, Barbara: »Zwi - zwi« ... Eine Hommage an Rosa Luxemburg

Artikel-Nr.: 02190-0
19,80
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Von Barbara Willems.
Fotokunstbuch, 72 Seiten, mit 48 Abbildungen,
Hardcover mit Schutzumschlag.
ISBN 978-3-320-02190-0
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2009


»Zwi – zwi.« ... Das ist die erste leise Regung des kommenden Frühlings – trotz Schnee und Frost und Einsamkeit glauben wir – die Kohlmeisen und ich – an den kommenden Frühling! Und wenn ich den vor Ungeduld nicht erleben sollte, dann vergessen Sie nicht, daß auf meiner Grabestafel nichts stehen darf außer »Zwi – zwi« ...
Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg schreibt diese Zeilen aus einem wechselnden Gefühl von Verzweiflung und Hoffnung in einem ihrer Briefe aus dem Gefängnis.
Der Name Rosa Luxemburg steht gemeinhin für ihr politisches Wirken. Ihre Briefe jedoch geben uns Zeugnis ihrer privaten Welt und lassen sie uns ganzheitlicher erfassen. In ihnen entdecken wir einen feinfühligen, naturverbundenen Menschen, der sich trotz der Härten während der Haftzeit eine hohe Sensibilität für alles Lebendige bewahrt hat.
Rosa Luxemburgs Gefängnisbriefe sind der Ausgangspunkt dieses Buches. Sie geben uns Einblicke in ihre Haftbedingungen und Tagesabläufe, ihre Gefühle, Sehnsüchte und Erinnerungen, die ich in fotografischen Selbstinszenierungen von Situationen nachzuempfinden versuchte.
Mein Fokus galt vor allem ihrer Naturverbundenheit, in der ich mich ihr besonders nahe fühle. Rosa Luxemburg verbrachte insgesamt vier Jahre als politische Gefangene, zu unterschiedlichen Zeiten, in verschiedenen Haftanstalten. Ihre letzte und längste Haft verbrachte sie im Zeitraum vom 10. Juli 1916 bis 8. November 1918 in Berlin, Wronke und Breslau.
Als politische Gefangene hatte sie in Wronke einen Sonderstatus und damit bessere Haftbedingungen als ein gewöhnlicher Häftling. So verfügte sie über zwei Zellen, in denen es ihr erlaubt war, Vorhänge aufzuhängen sowie Pflanzen und Blumen zu pflegen. Sie konnte einen kleinen Garten bewirtschaften, den die Anstaltsleitung ihr auf dem Gefängnisgelände hatte herrichten lassen.
Das Buch ist der Versuch, die Momente, die mich in ihren Briefen besonders berührt haben, in fotografischen Nachempfindungen festzuhalten: ihre Begeisterung für eine Blume oder ein Wolkengebilde, ihre Gefühle für eine Kreatur, ihre Botanisierhefte, in denen sie mehr als 250 Pflanzen gesammelt hat.

Barbara Willlems

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