Schütrumpf, Jörn: Freiheiten ohne Freiheit


Schütrumpf, Jörn: Freiheiten ohne Freiheit

Artikel-Nr.: 02177-1
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Die Deutsche Demokratische Republik.
Historische Tiefendimensionen.
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2010
144 Seiten, Broschur

Inhalt:

Wie Geschichte vor der Geschichte verbraucht wurde
Eine Einreise
Die Linke (I): eingezwängt zwischen Tragödie und Farce
Deutschland – deine Untertanen
Die Sozialdemokratie oder: das Einrichten im strategischen Dilemma
Die Linke (II): zurück in der Einsamkeit
Die russische Revolution oder: die Entfesselung eines Behemoths
Deutschland oder: die unerwünschte Befreiung des Untertanen von sich selbst
Die Linke (III): zu schwach für Politik
Nationalsozialismus oder: die beinahe geglückte Beendigung der europäischen Geschichte
Nationalsozialismus und Stalinismus oder: die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen
Der gelebte Nationalsozialismus oder: Der Untertan stirbt zwischen Volksgemeinschaft und Herrenmensch

Die DDR oder: Leben nach der Unschuld
Im Nachkrieg: die Deutschen zwischen Blut, Schweiß und Tränen
Der große Umbau
Im Nachkrieg: die neue Ordnung
Knackpunkt I oder: Wie Walter Ulbricht das Kräfteverhältnis verschob
Knackpunkt II oder: In der DDR werden die »Wurzeln des Faschismus ausgerottet«
»Sozialistische Demokratie« oder: Die »führende Rolle der Arbeiterklasse«
Die Klassik als Falle
Die Juni-Insurrektion 1953 oder: wenn schon keine Freiheit, dann zumindest Freiheiten
Der »Neue Kurs« oder: Die Rückkehr der Buttercremetorte
Im freien Fall oder: eine Mauer als Rettungsnetz
Die doppelte Mauer oder: die Diktatur zwischen Wollen und Können
Ulbricht oder: die Grenzen des Systems
Sinnverlust oder: Leben in den siebziger und achtziger Jahren
Unreformierbar oder: in die Freiheit ohne Freiheiten

Nachsatz I
Nachsatz II

Biographische Angaben
Glossar
Nachweis der Zitate


Nach dreißig Jahren, immer wieder unterbrochener, Forschungen zur DDR scheint es mir an der Zeit, mit dem Thema endlich abzuschließen – ohne mich allerdings um eine Bilanz zu drücken. Je unabhängiger ich mich mit dieser Gesellschaft beschäftigte – und das setzte lange vor 1989 ein –, desto klarer wurde mir, wie tief sie in der europäischen Geschichte wurzelte. Aus sich heraus läßt sich an der DDR fast gar nichts erklären.
Der preußische Obrigkeitsstaat, dessen Faszination die Machthabenden sich in der Spätphase der DDR auch in aller Öffentlichkeit hingaben, sowie die Verwüstungen, die im 20. Jahrhundert Seelen, Siedlungsräumen und der Umwelt angetan wurden – der Täter waren da viele –, bilden die eine Determinante, ohne deren Kenntnis der Analytiker, auch und gerade wenn er »alles« über die DDR zu wissen glaubt, wohl zwar jedes Details zu erklären vermag; verstehen wird er aber nichts.
Die andere Determinante konstituierte das erzwungene Ausscheiden der emanzipatorischen Linken aus der Sozialdemokratie während des Ersten Weltkrieges, der das lange Zeit friedliche 19. Jahrhundert mit einem unheilbaren Zivilisationsbruch beendet hatte. Nach der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus gerann die Konstellation von 1918/19 in der deutschen Zweistaatlichkeit – mit allen Folgen. Die Fairneß erzwingt die folgenden Anmerkungen: Ich bin nicht gewillt, der üblichen Phraseologie Konkurrenz zu machen; weder der, die im Akademischen produziert wurde – vom sorgsam gepflegten »Unrechtsstaat« bis zur unvergeßlichen »Zwangstopfung« –, noch der jener, denen die wohlige Erinnerung an einstige Machtfülle zum zentralen Lebensmotiv geworden ist und deren Trauer bestenfalls für den erlittenen Machtverlust langt – nicht zuletzt um der Trauer um sich selbst entgehen.
Und: Hier wird kein weiterer Abriß der Geschichte der DDR zwischen 1945/1949 und 1989/90 geboten – der Buchmarkt hält unterdessen genügend Darstellungen dieser Art bereit.

Jörn Schütrumpf, Berlin, 15. März 2010

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